Mahnmal für die ehemaligen Bergedorfer Zwangsarbeiter vorgestellt

Bezirksamtsleiter Arne Dornquast überreicht Ella Sloman den ersten Preis für den Schülerwettbewerb.

Bezirksamtsleiter Arne Dornquast überreicht Ella Sloman den ersten Preis für den Schülerwettbewerb.

Zu einem der dunkelsten Kapitel der Bergedorfer Geschichte gehört der Einsatz von rund 2000 Zwangsarbeitern in Bergedorfer Betrieben in der Zeit des 2. Weltkrieges. Fast jeder größere Bergedorfer Betrieb machte mit. Diesem Unrecht will der Bezirk Bergedorf nun gedenken.

Auf Initiative der AG Gedenken wurde am 15. April vor rund 100 Menschen im Rahmen der Woche des Gedenkens das Mahnmal für die ehemaligen Bergedorfer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter vor der Bergedorfer Moschee am Kampdeich offiziell vorgestellt.

Rund 100 Menschen kamen zur Vorstellung des Mahnmals vor die Moschee am Kampdeich.

Rund 100 Menschen kamen zur Vorstellung des Mahnmals vor die Moschee am Kampdeich.

Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast brachte dabei die Motivation für die geplante Aufstellung des Mahnmals kurz und knapp auf den Punkt: “Nie wieder!” Dies gelte für Zwangsarbeit genauso wie für die Verletzung von Menschenrechten, Diktatur, Krieg und Zerstörung.

Anschließend überreichte Dornquast Ella Sloman von der Stadtteilschule Bergedorf einen Scheck über 300 Euro. Dies war der von der Bezirksversammlung Bergedorf ausgelobte 1. Preis für den Schülerwetbewerb für den Entwurf des Mahnmals.

Musikalische Untermalung gab es durch die Saz-Gruppe des BAKM.

Musikalische Untermalung gab es durch die Saz-Gruppe des BAKM.

Dass am Ende nicht Ella Slomans Entwurf umgesetzt wird, sondern ein Entwurf des Bergedorfer Künstlers Jan de Weryha, hat eine lange Vorgeschichte und soll hier nicht thematisiert werden.

In weiteren Reden verdeutlichte der Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Detlef Garbe, das Ausmaß der Zwangsarbeit im Bezirk Bergedorf.

Auf Infotafeln konnten sich die Besucher ein Bild vom geplanten Mahnmal machen.

Auf Infotafeln konnten sich die Besucher ein Bild vom geplanten Mahnmal machen.

Ilse Jacob, Tochter eines ehemaligen Zwangsarbeiters, berichtete über das Leben von Zwangsarbeitern in Hamburg. Zur musikalischen Untermalung spielte die Saz-Gruppe des Bergedorfer alevitischen Kulturzentrums (BAKM). Als Abschluss der Veranstaltung, die von der Pastorin der Kirche St. Petri und Pauli, Angelika Schmidt, moderiert wurde, wurden Infotafeln zum Mahnmal-Entwurf von Ella Sloman und Jan de Weryha enthüllt. Anschließend gab es noch Kaffee und Kuchen in der Moschee.